BarCamp RheinMain feiert 10-jähriges Jubiläum

Veröffentlicht am 30.11.2018 von Manuela Seubert

Geburtstagskekse.jpgSeit 2012 gehe ich zum BarCamp Rhein-Main. Am vergangenen Wochenende feierte es 10-jähriges Bestehen. Ein BarCamp ist eine sogenannte Unkonferenz: Ich gehe an den Veranstaltungsort, weiß morgens noch nicht, welche Themen tagsüber besprochen werden und komme zwei Tage später mit Wissen, neuen Ideen, Anregungen und Gesprächen mit alten und neuen Bekannten wieder. So auch das vergangene Wochenende, von dem ich im Folgenden berichte.

Doch zunächst:

Warum gehe ich gern auf BarCamps?

BarCamp-Schild.jpgSeit ich erstmals ein BarCamp besuchte, bin ich infiziert vom BarCamp-Virus. Auf keiner Messe, auf keiner Konferenz, auf keinem Kongress habe ich es erlebt, dass Menschen so offen und unprätentiös ihr Netzwerk, ihr Wissen und ihre Freude am gemeinsamen Vorankommen teilen. Ein Format des beruflichen und persönlichen Austauschs, das ich nicht mehr missen möchte.

Daher ist das BarCamp RheinMain, das vom Verein zur Förderung der Netzkultur im Rhein-Main-Gebiet e.V. organisiert wird, seit Jahren fest in meinem Kalender verankert.

Meine Highlights beim #bcrm18

Schon der Sessionradar (i. e. eine Übersicht, in die die Teilnehmer vorab eintragen, zu welchem Thema sie eine Session anbieten) zeigte ein umfangreiches mögliches Programm. Mir war klar, dass es zu Überschneidungen von Sessions kommen wird und ich mich leider nicht klonen kann, um alles zu hören.

Coden für Änfänger

Gerne setze ich mich in technischorientierte Sessions, die mit Programmieren, Netzwerktechnik oder neuen Programmen zu tun haben – Themen, mit denen ich sonst wenig in Berührung komme. Meist verstehe ich recht wenig. Warum gehe ich trotzdem rein? Ich möchte eintauchen in die Welt, die die digitale Transformation möglich macht und deren Worte kennenlernen. Je häufiger ich Technik-Unverständige diese höre, desto eher bleibt ein Körnchen Wissen hängen.

In den letzten Jahren habe ich schon häufiger gesagt, dass ich im nächsten Leben programmieren statt Latein lernen werde. Nein, ich möchte nicht von der Kommunikatorin zur Programmiererin umsatteln. Doch ich bin der Meinung, jeder Berufstätige sollte angesichts des digitalen Wandels ins Programmieren hineinschnuppern. Auch wenn ich durch meinen beruflichen Werdegang schon mit vielen Programmen wie z. B. SPSS in Berührung kam und Auswertungen gemacht habe, “Coding” fehlt mir bisher.

Coding-fuer-Anfaenger.jpgUmso größer war meine Freude, als David Weichert am Sonntagmorgen in der Sessionplanung anbot: “Small Data für Nicht-Entwickler”. Yeah, endlich sollte ich meinen ersten Schritt in eine neue Sprache machen – in die Programmiersprache JavaScript.

David hat die Session wunderbar vorbereitet: Wir sollten ein wenig Code schreiben, um einen englischsprachigen Bibeltext auszuwerten. Er machte uns Neulingen mit den folgenden Worten Mut (frei zitiert): “Programmiersprache ist fast ähnlich zur normalen Sprache. Wenn man die Bedeutung eines Wortes weiß und dann die entsprechenden anderen Wort-Bausteine anfügt, ist es, als würdet ihr mit der Maschine sprechen” – damit hatte er mich gepackt und ein paar Hemmungen abgebaut.

Was habe ich gelernt?

  1. Meine erste Programmzeile: document.getElementby(‘result’).innerHTML=‘Lorem ipsum dolor sit amet’;. Übersetzt bedeutet dies so viel wie: "Schaue in diesem Dokument nach einem Element mit dem Namen result und ersetzt den darin enthaltenen htlm-Text durch den Text ‘Lorem ipsum dolor sit amet’.
  2. Programmierer können mit Sicherheit die Sonderzeichen auf der Tastatur schneller tippen als ich :-D. Denn sie brauchen folgende Zeichen ständig: <>’()"/=.

David hatte weitere Code-Zeilen vorbereitet – aber dazu reichte die Zeit für uns Anfänger einfach nicht. Unterstützt wurde er in Vorbereitung und Durchführung von Marcel Linnenfelser.

Danke für diesen MiniMiniMini-Einblick in eine andere Sprachwelt!

Alternativen zu Facebook & Co.

Fediverse-Infos.jpgUrsprünglich hatte ich für Samstag eine Session “Informationen, Erfahrungsaustausch und Fragerunde zu Mastodon” vorbereitet. Doch dann stellte sich heraus, dass Suitbert Monz ebenfalls eine Session mit dem Thema “Was kommt nach Twitter, Facebook und Co?” anbot, die sich generell mit dezentralen Netzwerken und auch Mastodon befasste. Kurzerhand habe ich meine Session gestrichen, mich in seine gesetzt und mitdiskutiert.

Erhöhten Zulauf erhalten soziale Netzwerke wie Mastodon (Alternative zu Twitter), PeerTube (Alternative zu YouTube), Pixelfed (Alternative zu Instagram) oder friendica (Alternative zu Facebook) aufgrund der Nachteile von Facebook & Co: Datenlecks, keine Hoheit über die eigenen Daten, Werbung, Hassrede – um nur die wichtigsten zu nennen.

Eine ausführliche Beschreibung zu dezentralen Netzwerken werde ich mir im Redaktionsplan meines Blogs für das nächste Jahr vornehmen. Wenn Sie sich schon jetzt einlesen wollen, empfiehlt Suitbert Monz www.fediverse.party.

Pinterest – Pimp your traffic

Pinterest-Checkliste.jpgPinterest wird – zumindest u. a. bei Wikipedia – zu den sozialen Netzwerken gezählt. Eigentlich ist es eine Website, auf der Sie Ihre beruflichen und privaten Interessen an digitalen Pinnwänden zeigen, indem Sie Links zu Websiten dort anheften. Der Name Pinterest ist ein Kofferwort, das aus “Pin für pinnen” und “Interest für Interesse/Hobby” zusammengesetzt wurde.

Bei Pinterest geht es weniger ums Netzwerken. Sessiongeberin Romy Mlinzk wies darauf hin, dass Pinterest immer mehr als visuell ansprechende Suchmaschine genutzt wird. Blogger sollten sich aus SEO-Gründen überlegen, diese Plattform zur Steigerung der eigenen Blogreichweite zu nutzen. Romy hat in einem Tweet auf ihrem Twitter-Kanal ihre Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene zusammengestellt. Zudem finden Sie auf de.pinterestcommunity.com einen Kurs für Einsteiger. Bei Bedarf können Sie zusätzlich im Pinterest-Newsletter vorgestellt werden.

Quora

Thinking.jpgKerstin Ewelt stellte uns Quora, ein amerikanisches Frage- und Antwortportal (F&A), vor. Es wurde 2009 u. a. von Adam D’Angelo ins Leben gerufen. Bevor das Portal Nutzer auf seine Plattform brachte, haben die Gründer selbst zunächst hochwertigen Content eingestellt, um damit für künftige Antworten einen Maßstab zu setzen. Ziel sei es nach wie vor sich mit qualitativ hochwertigem Content von anderen F&A-Plattformen zu unterscheiden, – mittlerweile mithilfe von maschinellem Lernen, um Schrott und Spam rauszufiltern.

Kerstin sagte, dass Quora “nicht in Länder expandiere, sondern in Sprachen”. Mir gefiel diese Formulierung, die ich in Zusammenhang mit internationalem Wachstums erstmals hörte – aber für dieses digitale Geschäftsmodell ist sie absolut logisch. Seit 2017 gibt es Quora auf Deutsch, wo es derzeit im Vergleich zum englischsprachigen Pendant keine Werbung gibt. In USA ist Quora sehr bekannt, auch weil dort u. a. die Clintons, die Obamas, Jimmy Wales oder Sheryl Sandberg als Nutzer registriert sind und Fragen beantworten.

Persönlich bin ich kein Freund von Fragen- und Antwortportalen. Meist sind mir die Fragen zu merkwürdig und die Antworten zu oberflächlich. Aber die Diskussion der Teilnehmer und Erfahrungsberichte brachte mich dazu, direkt in der Session ein Profil anzulegen und es auszuprobieren. Der erste Eindruck ist überwiegend positiv und zwei Fragen habe ich bereits beantwortet ;-).

Etwas für Herz und Seele

Mister-BarCamp Fast schon Tradition beim BarCamp Rhein-Main ist es, dass Tom Nolte, @Saxotom bei Twitter uns mit Saxophon-Klängen verwöhnt. Auch erhielt Darren Cooper, der das #bcrm vor 10 Jahren ins Leben rief, ein Ständchen #darrenrocks.

Nicht nur in Thomas Wagner s Session “Komplimente – Ja, bitte” versuchten sich die BarCamper an diesem Wochenende mit dem Komplimente-Machen. Aufgrund der Komplimente-Herausforderung für das ganze Wochenende ging es samstags und sonntags noch fröhlicher und freundlicher zu. Tolle Initiative!

Nicht unerwähnt möchte ich lassen: Am Samstagabend musste ungewohnterweise noch Geschirr gespült werden. Mir ging das Herz auf. Es haben sich dort mehr Männer als Frauen ans Spülen und Abtrocken gemacht. #rheinmainrocks

Danke an BarCamp-Organisatoren und alle Sponsoren

Zu guter Letzt:

  • Danke an die BarCamp-Organisatoren – es ist immer wieder eine Freude, Euch als Gastgeber zu haben.
  • Ein weiteres Dankeschön geht an die R+V, in deren Räumen wir beim Jubiläums-BarCamp zu Gast waren.
  • Ohne Sponsoren kein BarCamp – danke für die Unterstützung!
    bcrm18-sponsoren

Berichte zum #bcrm18 woanders

Was andere Teilnehmer bisher zur Veranstaltung veröffentlicht haben:

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr beim #bcrm19.

Herzlichen Gruß, Ihre Manuela Seubert

© Fotos: Manuela Seubert

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