Klartext schreiben

Veröffentlicht am 04.09.2018 von Manuela Seubert

Eine journalistische Schreibe, eine gute Schreibe oder einfach nur Klartext schreiben – das ist gar nicht so einfach. Oder doch?

Blicken wir auf unsere Schullaufbahn und den Deutschunterricht zurück, denken wir an Textanalysen mit rhetorischen Stilmitteln am laufenden Band. An die ach so schmückenden Adjektive und die 100 Varianten zu “auch”. Haben Sie studiert, haben Sie Ihrem eventuell ausufernden Schreibstil noch das wissenschaftliche Verklausulieren hinzugefügt.

Schmeißen Sie einige dieser Angewohnheiten über Bord und Sie werden sich verständlicher ausdrücken.

Klartext – richtig schreiben im Beruf

Einfache Wort- und Satzwahl bedeutet nicht, dass Ihr Text inhaltsleer ist. Einfach zu schreiben bedeutet: Arbeit für den Texter, einfache Aufnahme für den Leser.

Ihre Wortwahl und Ihr Satzbau bestimmen wesentlich die Verständlichkeit Ihrer Texte. Klar, strukturiert und einprägsam sollte Ihr Stil sein.

Klare Wortwahl

Bei der Wortwahl achten Sie auf:

  • Verben sind “Tun”-Wörter, sie strotzen vor Kraft und Aktion. Verwenden Sie sie aktiv und in einem positiven Kontext. Vermeiden Sie bürokratische Verben (z. B. bezuschussen) und Verben mit den Endungen ~ieren (z. B. konstruieren, negieren, kritisieren). Passive Verben wie “durchführen” oder Nominalkonstruktionen (“beeindrucken” statt “Eindruck hinterlassen”) machen Ihren Text leblos.
  • Adjektive sollten in Ihrem Text so gut wie gar nicht vorkommen. Oft ist ein gut gewähltes, veranschaulichendes Substantiv ohne Beiwerk die bessere Wahl. Bsp: “Schimmel” statt “weißes Pferd”
  • Substantive wählen Sie so konkret und anschaulich wie möglich: Bei “Möbeln” entsteht kein Bild im Kopf des Lesers, bei “Jugendstilschreibtisch” machen wir dagegen direkt eine Zeitreise. Ihre Substantive sollten kurz sein und selten mit ~heit, ~keit und ~ung enden. Vermeiden Sie Anglizismen und Jargon – nur wenn diese der Begriffswelt Ihres Lesers entsprechen, können Sie eine wohldosierte Ausnahme machen.
  • Füllwörter streichen.

Klarer Satzbau

Beim Satzbau denken Sie an:

  • Kurze Sätze mit ca. 10 Wörtern
  • Hauptsächlich Hauptsätze; ca. jeder 3. Hauptsatz verträgt einen Nebensatz.
  • Wenn Sie Nebensätze anhängen, sollte die Hauptaussage im Hauptsatz stehen.
  • Eingeschobene Nebensätze vermeiden Sie woimmer es geht – und es geht fast immer!
  • Setzen Sie in einem längeren Text nicht nur Kommas und Punkte – wir haben viele Satzzeichen, um einen Text auch optisch zu strukturieren.

Mit diesem Handwerkszeug im Kopf werden Sie zukünftig klarere Texte schreiben.

In eigener Sache

Sollte Ihnen das Klartext schreiben nicht leicht von der Hand gehen, kann ich Sie dabei unterstützen: in einer Teamschulung bei Ihnen vor Ort, in Einzeltrainings – persönlich oder online.
Rufen Sie mich an: 06431/262232 – ich freue mich auf Ihre Anfrage.

PS: Dies ist Beitrag 28 im #10minBlog-Projekt.

PPS (7.9.2018): Die #10minBlog-Challenge ist erkenntnisreich zu Ende gegangen.

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