Lasst uns mehr Kommentare in Blogs hinterlassen

Veröffentlicht am 13.08.2018 von Manuela Seubert

Kürzlich habe ich das Buch “Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst” von Jaron Lanier gelesen und darüber hier im Blog eine Rezension geschrieben. So sehr ich Laniers Ausführungen nachvollziehen konnte, so sehr war ich am Ende des Buches enttäuscht: Er führte mir einfach zu wenig Lösungsmöglichkeiten vor Augen, als nur Accounts zu löschen. Seither denke ich darüber nach, wie ich meinen kleinen Beitrag zu einer Machtreduktion von Facebook, Twitter & Co. leisten könnte. Kürzlich fielen mir dazu die Blogkommentare ein.

Auch wenn ich in den Zeiten der Entstehung von Blogs selbst keinen hatte, habe ich mir sagen lassen und gelesen, dass dort die Vernetzung der Blogger über Blogkommentare erfolgte. Ist ja auch logisch. Social Media waren noch nicht en vogue, der RSS-Feed hielt Blogger auf dem Laufenden, was in seinem Interessengebiet veröffentlicht wurde. Irgendwann mit dem Größerwerden der sozialen Plattformen vermarkteten Blogger ihre Blogposts dort, um Reichweite zu generieren und deren Sichtbarkeit zu erhöhen.

Ich glaube, den wenigsten war dabei bewusst, dass damit langfristig die Zahl der Blogkommentare reduziert würden. Die Nutzer liken und kommentieren dort, wo sie auf den Blogartikel aufmerksam geworden sind – was nun meist in den Social Media der Fall ist. Zudem hat man bei Facebook & Co. auch schneller einen Kommentar hinterlassen. Schließlich muss man sich dort nicht noch einmal extra anmelden und Namen, E-Mail-Adresse und Website sowie ggf. ein Captcha angeben oder eine Registrierung vornehmen – es ist halt bequemer. Dadurch geben wir allerdings Macht an diese Plattformen ab, die uns ihr Geschäftsgebahren aufzwingen.

Vor allem: Wir vorenthalten dem Blogger, der uns mit nützlichen und unterhaltsamen Inhalten versorgt, einen wichtigen Dank – den Blogkommentar in diesem leeren, weißen Feld unter dem sorgfältig recherchierten, nutzwertigen Artikel. Das, worauf jeder Blogger so sehr wartet!
Tina Gallinaro hat dies in ihrem Blogpost Schreibt mehr Kommentare in die Blogs so anschaulich beschrieben. Ich hatte vergessen, dass ich mir das häufigere Blogkommentieren bereits im Januar vorgenommen hatte!

Fast zu guter Letzt: Die DSGVO hat Ende Mai zusätzlich das Kommentieren auf Blogs erschwert. Im schlimmsten Fall wurden aus Rechtsunsicherheit die Blogs ganz geschlossen. Es gibt auch Blogger, die die Blogfunktion abgeschaltet haben oder das Kommentarfeld nur in einem mehrstufigen, und damit unbequemeren Weg für den Leser öffnen.

Zurück zu Lanier: Ich werde meine Social-Media-Accounts nicht löschen. Ich mache einen Schritt zurück in die Internet-Vergangenheit und hinterlasse mehr Kommentare unter den Blogartikeln, um Zuckerberg & Co. etwas an Daten zu entziehen und v. a. Bloggerkollegen zu erfreuen.

Machen Sie mit und kommentieren Sie wieder mehr direkt unter Blogs?

PS: Dies ist Beitrag 6 der 30-Tage-Challenge für den #10MinBlog.

PPS (7.9.2018): Die #10minBlog-Challenge ist erkenntnisreich zu Ende gegangen.

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