Und was machen Sie so beruflich?

Veröffentlicht am 04.04.2013 von Manuela Seubert

Schreibmaschine Gute Frage – nächste Frage.

Wiebke Ludwig startete eine Blogparade (Aktualisierung: 18.4.2016: Link zur Blogparade derzeit nicht erreichbar) mit dieser wunderbaren Frage just in der Zeit, in der ich meine erste Website und meinen Blog erstelle. Wie bringe ich Tätigkeitsschwerpunkt, Berufsbezeichnungen, Titel und Firma auf den Punkt, sodass sie ein stimmiges Bild mit Entwicklungsmöglichkeiten abgeben? Meine eigene digitale Präsenz wird nicht bis zum Ende der Blogparade am 31.3.2013 online sein. Trotzdem nehme ich gerne die Frage für meinen dritten Blogbeitrag auf.

Ein roter Faden bringt es auf den Punkt

Und dieser rote Faden lautet „Text“. In irgendeiner Form habe ich seit meiner Gymnasialzeit die Finger über die Tastatur fliegen lassen: zunächst für Artikel und Gestaltung der Abizeitschrift, später bei einem Frankfurter Amateurtheaterverein für Programmflyer und Plakate, während des Studiums für die Fachschaft und für ein Habilitationsprojekt. Später kam „ehrenamtlich“ im Beruf die Chefredaktion einer Mitarbeiterzeitung hinzu und beim folgenden Arbeitgeber die Leitung der Internen Kommunikation, wo ich erstmals fürs Texten und Redigieren bezahlt wurde ;-).

Wirtschafts- und Rechtslehre … und was sich daraus als Beruf so alles ergab

Das Fach „Wirtschafts- und Rechtslehre“ faszinierte mich seit der 10. Klasse. Was Mitschüler als langweilig und öde abstempelten, wählte ich zu meinem Leistungskurs. Beruflich führte mich die Faszination am Wirtschaftsleben in die Ausbildung und zum Abschluss als „Industriekauffrau“, meiner ersten Berufsbezeichnung. Mein Ausbildungsbetrieb bot mir eine Stelle als „Market Research Assistant“ an. Die Marktforschung mit ihren Forschungsfragen, der Testkonzeption, der Organisation und Durchführung sowie der Empfehlungserarbeitung begeisterten mich.

Ein Diplomtitel mit Fragezeichen

Schnell wurde mir klar, dass mir die eigenständige Konzeptionierung von Marktforschungsstudien nur mit Studium oder sehr langer Berufserfahrung übertragen wird. Ich begann ein Studium, an dessen Ende ich mich „Diplom-Handelslehrerin“ nennen durfte. Ein schrecklich sperriger, nichtssagender Titel, der meinem Studienfach „Wirtschaftspädagogik“ geschuldet ist. Er hätte die Türen an Berufsschulen oder beruflichen Gymnasien geöffnet, – wenn ich das Berufsbild „Lehrer“ gewählt hätte. Doch ich wollte in die freie Wirtschaft. So beantworte ich mittlerweile die Frage nach meinem Studium mit: „Ich habe Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing und Umweltökonomie studiert“, das ist korrekt und für jedermann verständlich.

Weitere Berufsbezeichnungen voraus!

Mein Marketing-Professor lud mich ein, mich in seiner Strategie- und Marketingberatung zu bewerben. Nein, dort wurde ich nicht „Berater“ – das wäre einfach zu verstehen gewesen, sondern gemäß der internen Karriereleiter „Reseacher“, danach „Analyst“ und schließlich „Consultant“. Im nächsten Unternehmen folgten „Referentin bzw. Leiterin Interne Kommunikation“, „Vertriebsinnendienstleiterin“, „Führungskraft“, „Special Projects Manager“, „Market Researcher“, und gleichzeitig bzw. zwischendrin noch „Ehefrau“, „Mutter“, „Teilzeittätige in Elternzeit“, „Elternbeirat“, „Lesefreundin Linter“ und „Schriftführerin und inoffizielle Pressesprecherin“ eines Vereins. In jüngster Zeit kamen hinzu „Arbeitssuchend“, „Existenzgründerin“, „Freiberufliche Journalistin“, „PR-Beraterin“ und „Mompreneur“.

Branchen und Projekte

Branchen habe ich einige kennengelernt: Automobil, Textil, Chemie, Mineralöl, Service, Beratung, … also eher Generalist als „Branchenkenner“. Meine Projekte variierten stark, da sie mit Strategie, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung und Vertrieb zu tun hatten … also wieder eher Generalist und „Rein-Arbeiter“ als „Project Manager“ mit offizieller Ausbildung. Bei den Projekten beschäftigte ich mich mit „Mitarbeiter- und Kundenzeitschriften“, „Eventorganisation“, „Change- Management-Prozessen“, „Markforschungsstudien“, „Interner und Externer PR“, „Regionalem Sponsoring“, „Relaunch des globalen Webauftritts“, „Intranet-Einführung“ und „Community Management“.

Von der Angestellten zur Freiberuflerin

Bis 2011 war ich der festen Überzeugung, dass ich nicht für die Freiberuflichkeit geboren bin. Eine Festanstellung hat viele Vorteile, die ich jetzt nicht ausführen möchte. Jedoch entschloss ich mich 2010 selbst zu kündigen, ohne zu wissen, was danach kam. Das Jahr 2011 nutzte ich neben der Jobsuche auch als Zeit der Neupositionierung. Dass ich mich Ende 2011 zunächst als „freiberufliche Journalistin“ selbstständig machen würde, war selbst für mich ein überraschendes Ergebnis, das ich bis heute nicht bereue. Und die ersten Aufträge erledige ich nicht als „Journalistin“, sondern als „PR- und Social-Media-Beraterin“.
Der Zug meiner Selbstständigkeit nimmt langsam Fahrt auf. Schon jetzt schätze ich viele Annehmlichkeiten, die jeder Selbstständige kennt. Und die Herausforderungen formen die eigene Persönlichkeit auf eine neue Weise. Ich wusste z.B. nicht, dass ein „Baron von Münchhausen“ in mir steckt: in den Zeiten des Es-geht-nicht-schnell-genug-voran und Jetzt-würde-ich-gerne-mit-jemandem- darüber-diskutieren ist die Eigenschaft „Ich ziehe mich am eigenen Schopf aus dem Treibsand“ mehr denn je gefragt.

Kernpunkte

Blicke ich auf meine Berufe, Tätigkeiten und Projekte zurück, hat es mir unter dem Titel „Special Projects Manager“ für PR-Projekte am meisten Spaß gemacht, zu analysieren, zu konzeptionieren, zu organisieren und zu schreiben sowie mit internen und externen Zielgruppen zu kommunizieren. Dies ist als Berufsbezeichnung unpassend, aber umreißt den Schwerpunkt der „Freiberuflerin“, die derzeit als „Agenturchefin“ die Mitarbeiterin „Nur ich“ managt.

Also, was mache ich nun so beruflich?

Die Antwort ist – derzeit ;-) – eine Kombination aus meinem guten Namen, dem Tätigkeitsschwerpunkt und meinem Slogan:
Manuela Seubert PR – Kommunikation & Text auf den Punkt gebracht.

Foto: © Manuela Seubert

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