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Mein Motto 2026: Schöne Momente sammeln

Normalerweise fällt mir mein Jahresmotto bereits im Dezember, spätestens Anfang Januar zu. Doch diesmal wollte die Geburt des Mottos 2026 nicht so recht gelingen. Bereits in meinem Jahresrückblick 2025 (ganz nach unten scrollen) kaute ich auf dem möglichen Motto „Jetzt gerade ist alles gut“ herum. Ich wusste, es passte zu meiner Lebenssituation. Doch so ein Motto muss etwas in mir auslösen: ein Kribbeln, ein „Ja, jetzt hast Du’s“, ein „So soll das neue Jahr werden“.
Doch mit „Jetzt gerade ist alles gut“ … kribbelt nichts, nada, niente.

Ich gab mir bis Februar Zeit. Sollte sich die Lösung nicht einstellen, dann darf es auch ein Jahr ohne Motto sein. Die Blogparade Jahresmotto 2026: Welches Leitwort begleitet dich durchs Jahr? von Korina Dielschneider ließ mich noch einmal darüber nachdenken.

Blick zurück: „Jetzt gerade ist alles gut“ hätte es werden können

Die letzten vier Jahre fühlten sich an wie ein nie enden wollender Feuerwehr-Einsatz. Vier über 80-jährige Verwandte, die unsere familiäre Unterstützung brauchten. Zwei Kinder, die mein Mann und ich ebenfalls ins Erwachsenwerden in anderen Städten begleiteten. Vier Jahre: unzählige Umzüge, diverse Haushaltsauflösungen, Transformationen. Und ich mittendrin – ständig im Krisenmodus, ständig mit dem Gefühl, nie genug Zeit oder Energie für die Herausforderungen und vor allem für mich selbst zu haben. Doch beim Schreiben des Jahresrückblicks 2025 kristallisierte sich heraus, dass es anders wird.

Im Jahr 2025 war ich auf dem Weg zur „Windstille der Seele“. Ruhe im Kopf, Ruhe im Körper und in der Seele. In meinem Jahresrückblick 2025 schrieb ich: „… diese drei Worte ‚Windstille der Seele‘ (ließen mich) direkt ruhig werden … Wieder ankommen bei mir selbst, nicht überwiegend für andere denken und handeln, wieder mich hören. Ja, das war das Ziel, auf das ich in 2025 hinarbeitete!“

Sie fragen sich jetzt wohl: Was hat das nun eigentlich mit dem Jahresmotto 2026 zu tun?

Nun, ich möchte die Windstille der Seele ins Jahr 2026 übernehmen; mein Motto 2026 soll mich dabei unterstützen. Daher freute ich mich an Weihnachten sehr über das Buchgeschenk „Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer.

Nochmal ein Zitat aus meinem Jahresrückblick 2025 zum Buch: „Der Titel gefällt mir so gut, weil dieser eine Satz das Potential hat, das Grübeln über Vergangenheit und Zukunft zu stoppen (…)“, – um die Windstille der Seele zu stützen.

Warum ein anderes Motto 2026 mehr kribbelte

Einerseits sprach mich der Buchtitel von Stephan Schäfer sofort an. „Jetzt gerade ist alles gut“ – dieser Satz hat etwas Beruhigendes. Er erinnert daran, dass selbst in meinen schwierigen Zeiten Momente existieren, in denen tatsächlich ‚alles gut‘ ist.
Doch als Jahresmotto fühlte es sich zu passiv an. Zu lang. Zu wenig meins.
Außerdem: Geopolitisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich ist gerade nicht alles gut, sondern unsicher, zu negativ, teils ohne Zukunftsvision. Und während ich diese Zeilen verfasse, erreicht mich die Nachricht, dass USA und Israel den Iran angreifen.

Ich wusste nur, dieses wunderbare Buch mit der präzisen und unaufdringlichen Sprache von Stephan Schäfer lenkt die Aufmerksamkeit auf die kleinen, feinen, schönen Dinge des Lebens. Irgendwo in dieser Geschichte, in der der Protagonist nach seiner lebensbedrohlichen Sepsis die Welt mit anderen Augen betrachtet, lag der Schlüssel zu meinem Motto.

Nachdem mich Korina persönlich an ihre Blogparade erinnerte, nahm ich das Buch erneut zur Hand, las quer und beschäftigte mich mit meinen Unterstreichungen. Der Protagonist wird zum Sammler kostbarer Momente: Stille Momente im Alltag, geteilte Erlebnisse, gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche; Momente, die ihn friedlich stimmen und ihm Zufriedenheit schenken.

… Momente sammeln …

Schöne Momente sammeln

Das war es!

Aktiv. Machbar. Relativ kurz.

Aktiv, weil das Verb „sammeln“ ein Tun-Wort ist, eine Einladung bewusst hinzusehen, wahrzunehmen und zu gestalten.

Machbar, weil – im Gegensatz zum Protagonisten des Buches – mir das Adjektiv „schön“ lieber ist als „kostbar“. „Kostbar“ erzeugt Druck. Meine Momente müssen nicht „teuer“ oder „wertvoll“ sein, das unscheinbare, wenig aussagekräftige Adjektiv „schön“ reicht mir. Es dürfen die nach Norden ziehenden Kraniche sein, die den Frühling ankündigen; oder das Lied der Amsel am frühen Morgen; oder das kleine, zu übersehende Stück Moos, das gerade in Blüte steht.

Relativ kurz, weil es nur drei Worte hat. Und: Die Abkürzung von „Schöne Momente sammeln“ kann ich mir gut merken, da es das Akronym SMS schon gibt 😄

Warum „Schöne Momente sammeln“ auch beruflich gut passt

Als Kommunikationsberaterin helfe ich Unternehmen, ihre Geschichten zu erzählen. Doch was sind Geschichten anderes als gesammelte Momente? Ein gelungener Workshop, bei dem alle mit einem Lächeln nach Hause gehen. Ein Kunde, der nach einer Beratung sagt: „Genau das habe ich gebraucht.“ Oder ein Blogartikel, der genau den richtigen Ton trifft und woraufhin mich Leserinnen und Leser kontaktieren.

„Schöne berufliche Momente“ können sein:

  • In der Text- und Redaktionsarbeit: Kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre besonderen Alltagsmomente sichtbar zu machen. Basis dafür sind u. a. Kundenstimmen oder Erfolgsgeschichten.
  • Im Storytelling: Unternehmen sehen die Geschichten, die aus ihrer alltäglichen Arbeit/ihrem Kerngeschäft entstehen, manchmal leider als nichts Besonderes an. Doch diese wecken bei Kunden, Mitarbeiter oder Lieferanten auch Neugier, Interesse und sind häufig spannend. Die besten Geschichten entstehen oft aus scheinbar unscheinbaren Momenten.
  • In der Moderation oder Workshops: Der Moment, in dem ein Workshop-Teilnehmer sagt: „Ah, jetzt verstehe ich!“. Oder: In einem LEGO® SERIOUS PLAY®-Workshop, bei dem ich merke, dass die Teilnehmenden in den Flow kommen, dem Prozess vertrauen und ihre Problemlösungen/Erkenntnisse entdecken.

Schöne Momente müssen beruflich nicht groß sein. Sie stecken in der virtuellen Tasse Kaffee mit einer Kollegin oder dem Lachen in meinem Co-Working. Dem Klicken des Veröffentlichen-Buttons bei einem Blogartikel oder Newsletter. Einem aufgeräumten Büro oder dem Schließen der Bürotür nach Feierabend.

Los geht’s direkt heute mit „Schöne Momente sammeln“

Ich freue mich, dass ich am letzten Tag des Monats Februar nun voll hinter meinem neuen Motto 2026 stehe: Schöne Momente sammeln.

Es bedeutet nicht, die Augen vor der Realität in diesen BANI-Zeiten zu verschließen. Es hilft mir, meine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und die kleinen Inseln der Verbundenheit und der Freude wahrzunehmen.

Übrigens: Heute werde ich einen solchen schönen Moment sammeln. Ich bin zu einem Krimi-Dinner eingeladen. An so etwas habe ich noch nie teilgenommen.

Doch vorher will ich diesen Blogartikel noch redigieren, hochladen, ein Blogbeitrags-Bild finden (notfalls geht’s auch erstmal ohne!), Meta-Tags, Keywords … Erinnerung an mich selbst: Den schönen Moment des Klickens auf den Veröffentlichen-Button sammeln 😉!

Jetzt aber hurtig! Schließlich muss ich für das Krimi-Dinner auch noch so einiges vorbereiten. 🏃🏻‍♀️‍➡️

Nun bin ich neugierig: Was ist Ihr Motto für 2026?

Herzlichen Gruß aus Limburg

Manuela Seubert

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liebe Manuela,

    da bin ich ja froh, dass ich dich noch persönlich ein wenig gestubbst habe. Herausgekommen ist ein wunderbarer Artikel, der berufliches und persönliches sehr gut verbindet. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du den auch gegen Jahresende gerne noch einmal lesen wirst.

    Als Solo-Preneurin halte ich die Trennung zwischen den beiden Sphären Work und Life nur für begrenzt sinnvoll. Deshalb gefällt mir die Verbindung der beiden auch sehr gut. Und auch das Akronym SMS gefällt mir sehr gut: so bleibt es leichter im Gedächtnis.

    Und zu deiner Frage: Mein Motto für 2026 ist Fülle – ausführlich habe ich darüber hier geschrieben: https://dielschneider.de/motto-2026-fuelle/

    Jetzt wünsche ich dir viele schöne Momente (ich finde: Schönheit sollte im Business eine viel größere Rolle spielen) und sende herzliche Grüße, Korina

    1. Seubert

      Liebe Korina,

      ja, ich bin auch froh, dass mich Deine Blogparade nochmals innehalten ließ. In diesem Sinn freue ich mich 2026 aufs „SMS“.
      Ich stimme Dir zu, dass ein Motto idealerweise alle Aspekte des Lebens umfasst, damit es uns leiten kann. Doch ich denke, dass dies nicht nur Solopreneur*innen betrifft, sondern auch Menschen in unselbstständiger Arbeit.
      Im August werde ich mal bei Dir anklopfen und fragen, wie Dein Leitwort wohl heißt ;-). Interessant, was Du Dir von Deinem Leitwort „Fülle“ erhoffst.

      Sonnigen Gruß aus Limburg
      Manuela

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