Update zu meinem Gendern: Aus * wird : und sonst nix.

Update zu meinem Gendern: Aus * wird : und sonst nix.

Seit September setze ich in meinem Blog die genderneutrale Sprache um. Warum ich mich zum Gendern in meinem Blog entschieden habe, habe ich in diesem Blogpost zur genderneutralen Sprache erläutert. Gleichzeitig gab es darin u. a. Tipps zum Gendern.

Jetzt nach ein paar Monaten ist eine Anpassung nötig: Mir gefällt das Gendersternchen nicht.

Genderstern oder Gender-Doppelpunkt?

Letzten September schwankte ich, ob ich den Genderstern oder den Doppelpunkt nutzen sollte. Es gab Vor- und Nachteile für den Einsatz des Gendersterns oder des Gender-Doppelpunkts:

Meine Beurteilung des Gendersterns

  • + Für das Gendersternchen sprach meines Erachtens nach, dass es schon viele Unternehmen, Organisationen und bloggende Personen nutzten. Lesende hatten sich schon langsam an diese Form des Genderns gewöhnt
  •  Gegen den Genderstern sprach für mich, dass er ein Wort optisch extrem veränderte.

Meine Beurteilung des Gender-Doppelpunktes

  • + Für den Gender-Doppelpunkt spricht, dass er schlank im Wort integriert ist und trotzdem sichtbar verdeutlicht, dass es nicht nur das männliche Geschlecht gibt.
  • + Zudem wird bei Screenreadern der Doppelpunkt – im Gegensatz zum Stern – im Wort nicht vorgelesen.
    Beispiel: Texter*in wird ausgesprochen als “Texter Stern in”; Texter:in als “Texter [Pause] in”, also mit einer kleinen Pause zwischen “Texter” und “in”; und nicht “Texter Doppelpunkt in”.
    (Aktualisierung 20.11.2020:) In einer aktuellen, kostenfrei downloadbaren Veröffentlichung des BdKom zur gendersensiblen Sprache (S. 38-39) wird dieser Pluspunkt differenzierter/kritischer betrachtet.
  •  Ich hatte den Doppelpunkt bis dato noch nicht in vielen Veröffentlichungen gesehen.

Für mich war die bis September 2019 eingesetzte Gewöhnung an das Gendersternchen ausschlaggebend und daher entschied ich mich damals für das Sternchen.

Aus dem Genderstern wird bei mir der Gender-Doppelpunkt

Jetzt, ein halbes Jahr später, kann ich den Genderstern in meinen eigenen Texten visuell kaum ertragen.

Bisher gibt es nach wie vor für das Gendern noch keine allgemein gültigen Regeln. Warum sollte ich also in meinen eigenen Medien beim Genderstern bleiben, wenn er mir nicht gefällt?

Daher werde ich ab sofort mit dem Gender-Doppelpunkt arbeiten.

Bleiben Sie gesund, Ihre Manuela Seubert 

PS. Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade “Brauchen wir (noch) mehr Gendergerechtigkeit?” von Nicole Isermann teil, die bis zum 26.3.2021 läuft.

Grafik: (c) Manuela Seubert

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Nicole

    Liebe Manuela, so schön, dass du mit deinem Text an meiner #blogparadegendergerechtigkeit teilnimmst! Für mich ist der Doppelpunkt gerade auch das Zeichen der Wahl, aus den gleichen Gründen wie bei dir! Mal schauen, wie es weitergeht mit der Gendergerechtigkeit in der Sprache! Luebe Grüße, Nicole

    1. Liebe Nicole,

      Danke an Dich, dass ich mit einem älteren Beitrag an Deiner Blogparade teilnehmen kann.

      Sprache ist etwas Wunderbares – sie ist langsam, aber stetig im Wandel. Wie auch immer sie sich hinsichtlich des Genderns verändert und welches Sonderzeichen im Speziellen sich final durchsetzt, wir werden es beobachten :-).

      Lieben Gruß aus Limburg
      Manuela

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