Ja, das #webseidank hat mein Leben bereichert

Veröffentlicht am 25.08.2016 von Manuela Seubert

Freiluftbuero
Während ich darüber nachdenke, was ich zur Blogparade #webseidank von Annette Schwindt und Thomas Reis Menschliches schreiben soll, sitze ich auf der Terrasse unseres Hauses …

… und damit habe ich indirekt bereits eine von mehreren Antworten gegeben auf die Frage von Annette und Thomas:

Wenn Ihr teilnehmen möchtet,
dann verfasst bitte einen Beitrag darüber,
was das Web Euch persönlich
menschlich Gutes gebracht hat.
(Annette und Thomas)

Die Entspannung

… für meine Lieblingsmenschen

Auch wenn Annette und Thomas schreiben, dass dieser Beitrag nichts Geschäftliches enthalten soll, stelle ich das Arbeiten zunächst an erste Stelle.

Das #webseidank ermöglichte mir einen “Quantensprung”. Denn – ohne dass es mir wirklich klar war nach Jahren der Festanstellung – boten mir die Digitalisierung der Arbeitswelt mit kollaborativen Tools und Social Media einen alternativen Arbeitsweg.

Diese Alternative beeinflusste zwei Dinge in meinem Leben positiv, dem #webseidank:

  1. Ende 2010 verließ ich meine letzte Festanstellung – ohne eine genaue Vorstellung, wie ich künftig für wen in welchem Umfang und überhaupt arbeiten wollte. Nach Monaten der Erholung und dem Ohne-Gewissensbisse-mit-den-Kindern-spielen entschied ich mich für den Sprung in die Selbstständigkeit. #CommunityManagementSeiDank musste ich plötzlich nicht mehr den Spagat zwischen Büro und Familie stemmen. Das Home-Office war schöne Realität und lange Pendlerzeiten entfielen. Befreit war ich auch von der permanenten Sorge, wenn ich zu spät im Büro wegfuhr, dass die Kinder auf den allerletzten Drücker abgeholt wurden und ich damit Betreuer verärgerte. Mein persönliches Stresslevel verringerte sich, #webseidank.
  2. Ein zweiter beruflicher Vorteil wurde mir erst allmählich im Laufe des ersten Jahres meiner Selbstständigkeit bewusst. Viele Berufsjahre habe ich in mehr oder weniger gut klimatisierten Büros mit festen Arbeitszeiten verbracht. Home-Office: “Nein, das ist bei uns nicht möglich – wenn da jeder käme…”. Die gemachten Erfahrungen aus diesen Strategie-/Marketing-/Marktforschungs- und letztendlich Public-Relations-Räumen möchte ich nicht missen, bilden sie doch heute das Fundament meines Wissen.
    Jedoch: Vor allem bei gutem Wetter starrte ich sehnsüchtig nach draußen und wünschte mir, dass ich draußen arbeiten könne, mit dem Laptop per Internet mit der Welt verbunden. Oder: Morgens früh oder abends spät entsprechend meinem Bio-Rhythmus zu arbeiten – unabhängig von offiziellen Bürozeiten.

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Dem #webseidank ist die Entspannung durch räumlich und zeitlich flexible Einteilung mittlerweile möglich: ein unglaublich großer Zuwachs an meiner persönlichen Lebens- und Arbeitsqualität.

Die Web-Menschen

Da muss ich nun an erster Stelle wohl Annette selbst nennen, – auch wenn wir uns noch nie gesprochen oder getroffen haben. Als digitale Einwanderin ins Neuland im Jahr 2011 (mein damaliges Xing-Profil – genutzt als digitales Adressbuch – zähle ich nicht) war Annette für mich in gewisser Weise eine meiner Social-Media-Scouts, meine Anlauf- und Lernplattform in Sachen “Digitalien”.

DANKE dafür!
Du stehst für mich stellvertretend für so viele, die durch ihre Blogbeiträge Wissen in allen gesellschaftlichen Bereichen an Lernwillige verschenken.

Meine Erfahrungen mit dem Mitmachweb habe ich in den letzten fünf Jahren gesammelt – technisch und mit den Web-Menschen. Diese Web-Menschen haben mich umgehauen!

Sie haben mich umgehauen, weil

  1. sie viel unbefangener, freier und neugierigen auf andere Menschen zugehen
  2. sie hilfsbereit und zugewandt Fragen, Anregungen und Projektideen aufnehmen und diskutieren
  3. und #webseidank schneller und unkomplizierter erreichbar sind …
    … als so mancher Offline-Freund/Bekannter.

Eine Direktnachricht über Twitter mit “Zeit für ein Telefonat?” reicht häufig schon, um kurzfristig die Antwort zu erhalten “Gib mir 10 Minuten – ich ruf dich gleich an”. Schon habe ich unkompliziert einen Sparringspartner, um Dinge zu besprechen – oder einfach mal kurz zu klönen.

Umgehauen hat es mich zudem, dass diese wunderbaren Menschen sich darauf einlassen, zunächst unbekannterweise z. B. über Twitter in Dialog zu treten, durchaus beim Erst-Telefonat Ideen austauschen und Problemlösungen suchen, alles möglich machen, um sich im realen Leben in die Augen zu schauen und es einem nicht übel nehmen, wenn zwischen der Kommunikation auch mehr als ein Jahr liegt.

Es gibt unter diesen Web-Menschen Personen, die ich noch nie offline getroffen habe und die über mich mittlerweile private Dinge wissen – etwas was sich meine Offline-Freunde nicht vorstellen können.

Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und Nähe entstehen durchaus durch den Austausch von Bites und Bytes.

Ohne das Web wäre ich vielen Menschen – real und digital – nicht begegnet, die heute mein Leben bereichern. Ob im weiteren oder engeren digitalen Umkreis: Sie unterstützen mich; sie treten mir manchmal in den Allerwertesten; sie richten mich auf, weinen und lachen mit mir; sie sind für mich Solopreneur im Homeoffice mein Großraumbüro; wir klüngeln gemeinsam Projekte aus.

Danke an Astrid, Cornelia, Kerstin, Martina, Ruth und Stefan.

Die Unterstützung

Johannes Korten habe ich virtuell erst wahrgenommen, als es viel zu spät war. Jedoch Johannes’ Aktion #einbuchfürkai wird mir im Gedächtnis bleiben, weil sie so für seine Aussage steht, die in dieser Blogparade mitschwingt: “Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen.”
Ich schicke Sie jetzt nicht direkt zum Video mit Johannes und seiner Beschreibung der o. g. Aktion. Lieber wähle ich den Umweg über den Beitrag von Lars zu dieser Blogparade. Denn erstens habe ich in Lars’ Beitrag erstmals das Video entdeckt und zweitens ist sein Beitrag lesenswert ;-).

Sabine habe ich letztes Jahr virtuell in einer Jeden-Tag-eine-Zeichnung-Challenge kennengelernt. Eine Frau mit guter Feder und einem Schicksalsschlag, der einen den Boden unter den Füßen wegzieht. Sabine verarbeitet ihre Krankheit in wunderbaren Comiczeichnungen, lässt uns an ihrem Weg teilhaben und macht damit anderen Mut – eine starke Frau! Gleichzeitig erfährt sie, dass ihr Netz ein guter Ort ist – doch lesen Sie selbst ihre #webseidank-Geschichte.

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Die Unkonferenzen

Mit dem #webseidank sind für mich untrennbar die #Barcamps verbunden. Infiziert wurde ich mit dem BarCamp-Virus vor vier Jahren.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wenig ich mir auf der Fahrt zum ersten BarCamp unter diesem Format vorstellen konnte; und wie meine Begeisterung von Session zu Session stieg in Anbetracht des offenen Wissensaustauschs und dieser Diskussions- und Ideen-geben-Freude – über Branchen, Verantwortlichkeiten und sonstige bekannten Standesdünkel bei teuren Konferenzen hinweg.

Noch heute gehe ich auf BarCamps: Das BarCamp Rhein-Main und das Content-Strategy-Camp liegen vor meiner Limburger Haustür und sind fest im Terminkalender eingeplant.

Wer von meinen Lesern solche “Unkonferenzen” selbst einmal ausprobieren, die besondere Atmosphäre schnuppern und dieses #webseidank verstehen möchte, schaue sich bitte in diesem BarCamp-Überlick für DACH nach dem passenden Thema um und gehe zur nächsten, sich bietenden Gelegenheit hin!

Die Horizonterweiterung

Globusausschnitt.JPGWas durfte ich dem #webseidank schon alles lernen – privat und beruflich!

  1. Sehr gute Online-Kurse haben mein Wissen und meinen Horizont erweitert
  2. Über meinen RSS-Reader abonniere ich interessante Blogs v. a. zu den Themen Kommunikation, PR, Marketing und Vertrieb. Aktueller kann ich Fragestellungen, Tipps und Anregungen zu diesen Themenfeldern kaum abdecken
  3. Darüber hinaus haben meine Kontakte so vielseitige Interessen und Erfahrungen, dass ich ganz nebenbei durch das Überfliegen ihrer Posts einen Überblick über das gesellschaftliche Leben auf dem Erdenrund erhalte
  4. Ganz zu schweigen von den vielen guten Tipps meiner digitalen Kontakte: Sei es, wie ich mit Wasser voll gesogene, der Wellung anheimfallende Bücher rette (durch “Trocknung” im Gefrierschrank), wie ich leckere Zucchini-Pizza herstelle oder welches Buch ich lesen sollte

Der Spaß

Brauche ich spontan eine kurze Auszeit mit Humor, Ironie oder einer gehörigen Portion Sarkasmus – dann ist es Zeit, mal bei Twitter nach neuen Memes zu suchen (wie z. B. der im Link beschriebene Trend #egalwie) oder Twitterati aufzusuchen, deren Tweets mich erheitern (wie z. B. Peter Breuer).

Überhaupt “Twitter”: Manche TV-Sendung oder angebliches Offline-Event wie z. B. der Eurovision Song Contest mag ich mir ohne den “second screen” bei Twitter nicht mehr vorstellen. Einige Kommentare sind so irrsinnig gut, dass ich meist an einer Stelle der Sendung lache, die an sich gar nicht witzig ist. Dann kommt vom Offline-Familienclan der Kommentar: “Du bist wieder bei Twitter. Lies mal vor!” :-).

Mein Fazit

#webseidank ist das digitale Leben in meinem Leben eingezogen und sehr präsent. Ich möchte diese Bereicherung nicht mehr missen.

Bis zum 31.8.2016 können Sie selbst noch an der Blogparade teilnehmen und niederschreiben, für was Sie dem Web dankbar sind.

Fotos: © Manuela Seubert

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