BarCamp Rhein-Main 2015: Themenvielfalt #bcrm15

Veröffentlicht am 24.11.2015 von Manuela Seubert

Warum ich gern auf BarCamps gehe?
Neugierige, aufgeschlossene und intelligente Menschen teilen dort ihr Wissen. Ich weiß zwar erst nach der Planung, was mich erwartet. Doch meist sind Sessions (Vorträge, Diskussionen, u. ä.) dabei, die zu meinem Themenfeld Kommunikation oder Marke gehören.
Selbst, wenn nicht: Ich werde zu Themen rund um das Internet und die Computertechnologie hinzulernen!

Blick von Bingen auf die Germania

Das Organisationsteam des BarCamp Rhein-Main stellte mittlerweile die 7. Veranstaltung auf die Bühne, diesmal in Bingen. Ich selbst nahm zum 4. Mal teil. Im Gepäck hatte ich theoretisch 3 Sessionvorschläge, die ich allesamt eingepackt lies. Sowohl samstags als auch sonntags waren genügend Themen vorhanden und ich wollte einfach nur lernen und netzwerken.

Naja, wer keine Session hält, der twittert und bloggt über die Veranstaltung :-).

Hier die Eindrücke aus den Sessions, die mir am meisten in Erinnerung bleiben:

User centered kommunizieren von Norbert Gilles

Definitiv war dies die Session, die mit meinem Arbeitsgebiet am meisten zu tun hat, mich am meisten inspiriert hat … und die für mich Nacharbeit in Form von “Nachlesen” bedeutet.

Norbert stellte die Motivkarte (Limpic Map) vor, anhand derer Unternehmen und Kunden geschlechtsneutral Personas erstellt werden können.
Kunden erwarten von Marken Stimulanz, Balance oder Dominanz. An diese drei Bereiche sollten Marken anknüpfen, um von Kunden überhaupt wahrgenommen zu werden. Anwendung: Werden Texte und Bilder einer Website auf Basis der Motivkarte erstellt, bringt dies einen enormen Konversionzuwachs.

Nachzulesen u. a. bei:

  1. Analog: Prof. Dieter Georg Herbst in „Storytelling“ (2014, PR Praxis)
  2. Digital: In 7 einfachen Schritten zu Limbic Personas

Agilität und Design Thinking mit Karl Schmitt

Beide Begriffe waren mir nicht klar. Deshalb besuchte ich am Samstag und Sonntag diese Sessions von Karl Schmitt.

Den Begriff Agilität verband ich mit Softwareentwicklung (SWE). Mehr nicht.
Nach der Session ist mir klar, dass eine agile (= flinke) SWE auf Prinzipien basiert, die auch ich nicht IT-lerin kenne: 7 Habits von Covey, Kanban, Gantt, Kaizen und mehr flossen in das agile Manifest ein, dem Fundament der agilen SWE.

Mit der Kreativ-Methode Design Thinking sollen neue Ideen entwickelt und Probleme gelöst werden, – mit wenigen Regeln und der Erlaubnis zum Scheitern.
Neue Ideen kommen nicht blitzartig unter der Dusche (o.k., manchmal schon). Sondern sie sind harte Arbeit über viele Stunden von verschiedenartigen Menschen. Dafür wurde Design Thinking erschaffen: Regeln brechen, Fehler machen, experimentieren, Spaß haben.
Beim Brainstorming zählt: Quantität (!) vor Qualität! Viele kleine Ideen können für sich wenig sinnvoll sein; in Kombination miteinander stellen sie eventuell eine Innovation dar.
Wichtig: Das Entwicklungsteam darf Fehler machen und die am besten am Anfang, damit es nicht teuer wird.

OpenData bei der Bahn von Gaby Becker

Sehr viele programmierte Zeilen … ich wollte nur kommen, sehen, staunen … und wissen, dass ich nichts weiß. Auch wenn Gaby mich mit den Augen fixierte und als eine von wenigen Frau unter vielen Männern zum Programmieren motivieren wollte:
Ich. Kann. Nicht. Programmieren. Und. Schon. Gar. Nicht. Am. DBHackathon. Mitmachen. :-D

Gaby, danke für den Einblick in eine Welt, die nicht meine ist.

Bioinformatik mit Antje Krause

Gastgeber und Sponsor des BarCamps war die FH Bingen, deren Vizepräsidentin Antje Krause einen Vortrag zur Bioinformatik und personalisierter Medizin hielt.

Bioinformatik, was ist das? Man nehme Probleme aus der Biowissenschaft und versuche sie computergestützt zu lösen. Bekannt wurde die Bioinformatik mit der Sequenzierung des menschlichen Genoms. Nach einem rapiden Preisverfall bei der Analyse kann mittlerweile jeder analysieren lassen, u. a. welche Krankheiten bei ihm ausbrechen könnten( – wohlgemerkt: könnten) oder welche Medizin bei einem wirkt.
Anbieter einer günstigen Analyse ist eine Tochterfirma von Google hüstel.

Vorlese-Session von und mit Christa Goede

Als Christa eine Lesung mit der von ihr verfassten Geschichte “Weihnachten in Neuland” hielt, musste ich hin.
Schließlich schätze ich Christa nicht nur als Person und Kollegin, sondern auch ihre Art zu bloggen. Da ich mich selbst ehrenamtlich für Lesungen vor Klein und Groß engagiere, wollte ich mir gern auf dem BarCamp vorlesen lassen.

Was soll ich sagen? Wir Zuhörer haben herzhaft gelacht.
Für das nächste BarCamp wurde bei Christa schon eine Geschichte in Auftrag gegeben: Abschluss-Session von Christa mit einer Geschichte über “BarCamps” :-).
Und Christas Ressonanz stimmt mich positiv.

Last, but not Least: Danke an Sponsoren und Organisatoren

Ein BarCamp kommt nur durch Organisatoren und Sponsoren zustande.

Ein großes Danke an die Sponsoren:

Danke an das Organisationsteam des BarCamp Rhein-Main

Sie machen es überhaupt möglich: der Verein Förderung für Netzkultur im Rhein-Main Gebiet und die Organisatoren Nicola, Chrisula, Norbert, Christa, Irmela, Tom, Martin, Helge, Markus, Tanja und Matthias.

Mein Fazit

Generell:

BarCamp Rhein-Main 2015: Logo von #RheinMainRocks

Sehr speziell:

Ich hätte nicht gedacht, dass ich durch das #bcrm15 über meinen Wohnort Limburg lerne.
Da ich einen Teil der Strecke mit der Bahn reiste, durfte ich Folgendes erleben:

  1. Am Samstagmorgen gibt es am Limburger Bahnhof keinen geöffneten Bäcker – Kaffeeunterversorgung ächz
  2. Sonntagabends um 20 Uhr fährt in meinen Wohnort kein Bus mehr und Taxis sind am Bahnhof nicht zu sehen fail

Schreiben Sie mir ins Kommentarfeld: Können Sie sich vorstellen, statt einer Konferenz mal ein BarCamp zu besuchen?

Fotos: © Manuela Seubert

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