Was mich an Facebook besonders nervt? (Blogparade)

Veröffentlicht am 24.07.2015 von Manuela Seubert

Was mich an Facebook nervt?Björn Tantau stellt in seiner ersten Blogparade die Frage: Welche Inhalte auf Facebook nerven dich ganz besonders?

Gedanken zum Thema dieser Blogparade

Mein erster Gedanke: “Facebook selbst” – ich bin nun mal Twitter-Fan!
Mein zweiter Gedanke: “Ich mag nicht über Nerviges schreiben. Keine Teilnahme”.
Mein dritter Gedanke: “Wird durch meinen Mini-Rant Facebook für mich angenehmer – vielleicht? Können andere daraus etwas lernen? Ja! O.k., unter diesen Aspekten nehme ich teil.”

Was nervt mich an Facebook?

Der “Nervfaktor” läuft bei Facebook auf mehreren Ebenen ab. Im Folgenden liste ich Beobachtungen allgemeiner Art, zu Fanseiten, Privatprofilen, Facebook-Funktionen oder – durch meine Tätigkeit als Beraterin für Unternehmenskommunikation – Anfragen zum Facebook-Marketing auf.

Seitdem ich auf diese Blogparade aufmerksam wurde, habe ich die für mich unangenehmsten Dinge gesammelt:

  • Zitate-Bilder – vorwiegend am Montag zum Wocheneinstieg oder am Freitag zur Einstimmung aufs Wochenende. Ja, ich finde Sie manchmal passend – aber jeden Montag und jeden Freitag?
  • Kritikunfähige, selbstreferentielle und narzisstische Profile/Fanseiten
  • Shitstorm-Panik oder Gespräche (egal, ob in Gruppen, auf Personen- oder Fanseiten), die keinen kritischen Diskurs zulassen.
    Wie häufig habe ich gesehen, dass eine Person/ein Solounternehmer ein Stück seiner Arbeit präsentiert und dann der kollektive Enthusiasmus seiner Freunde/Fans eintritt. Wagt jemand einen berechtigten, konstruktiven Einwand, meinen alle Gefolgsleute, einen Shitstorm vermeiden zu müssen; leider meist mit der Folge, dass der Kritiker seinerseits Häme und Spott ausgesetzt wird, obwohl seine Argumente höflich-wohlwollend gemeint waren und fördernd für die Entwicklung der entsprechenden Person.
  • Personen, die sich mit mir befreunden wollen und das nur, weil wir ein paar gemeinsame Kontakte haben. Meist werden diese Freundschaftsanfragen ohne eine Nachricht versandt. Sollte ich die Anfrage annehmen, erhalte ich innerhalb gefühlter Millisekunden eine Einladung, die Fanseite des neuen Kontakts zu liken. Sorry Leute, das hat bei mir sofortiges Entfreunden zur Folge, denn dies ist meilenweit von einem geselligen Dialog entfernt – Geschäft hin oder her!
  • Gruppen, in denen nur Werbung geschaltet wird oder Blogposts eingestellt werden.
  • Fanseiten von Unternehmen, die lediglich die Fotos und Videos aus ihrem letzten Katalog veröffentlichen.
  • Veranstaltungseinladungen, aus denen ich erkenne, dass nicht im geringsten darüber nachgedacht wurde, ob mich das Thema interessiert.
  • Unternehmer, die sich mit ihren Fanpages und Blogbeiträgen permanent gegenseitig loben und unterstützen. Ja, ich empfehle Personen und deren Produkte und Dienstleistungen, – aus Überzeugung! Und “Ja”, Facebook-Nutzer merken früher oder später diese abgesprochen wirkenden Anpreisungen und werden misstrauisch!
  • Bestimmte Worte: magnetisch, magisch, Zeit gegen Geld, Lifestyle, Wie auch Du…., Helden(innen), Expert(innen), individuell, jetzt … Die Liste ist beliebig lang. Als Texterin weiß ich, dass diese Worte etwas beim Leser antriggern und wirken. Lese ich das nur noch, habe ich schnell auf “Als FreundIn entfernen” oder “Gefällt mir nicht mehr” gedrückt.
  • Die ständige Frage: “Du kennst Dich bei Facebook so gut aus: Wie macht man XYZ?” Zu Beginn habe ich noch geholfen, denn ich verschenke gern mein Wissen. Später habe ich gefragt: “Hast Du in der Hilfe nachgelesen?” gefolgt von der häufigen Antwort: “Nein”. Sorry, meine Zeit ist begrenzt und mir lieb und teuer. Wenn man etwas – v. a. geschäftlich – benutzen will, sollte man sich damit beschäftigen. Entweder man lässt sich von mir trainieren oder liest sich selbst in das Thema ein; für letzteres habe ich hilfreiche Websites zu Facebook zusammen gestellt.
  • Auftragsanfragen, die nach folgendem Schema ablaufen: “Guten Tag, meine Freunde haben mir gesagt, dass ich für meinen geschäftlichen Erfolgs unbedingt eine Facebook-Fanpage brauche. Sie sind mir empfohlen worden, um eine Facebook-Fanseite zu errichten und das Community Management zu übernehmen. Ich möchte mich nicht damit beschäftigen und nicht viel dort machen.” … “Was? So viel kostet das – an Zeit und Investment” … “Nein, ich will Ihnen keine Informationen über meinen geschäftlichen Alltag zur Verfügung stellen”. Hier sage konsequent “Danke für die Anfrage, vielleicht kommen wir in Zukunft bei einem anderen Kommunikations-Projekt zusammen :-)”.
  • Liebe Vertreter von Organisationen, Institutionen und Unternehmen, Sie müssen sich bei Facebook als Fanpage anmelden und dürfen nicht als “Personenprofil” auftreten. “Dann kann ich mich aber nicht mit Einzelpersonen befreunden. Fans kommen nicht automatisch auf meine Fanpage”. Ja, Facebook-Marketing ist harte Arbeit!
  • Personen und Fanseiten, die nur und häufig jubeln, jammern, meckern, Urlaubsbilder/Zitatebilder posten, den gesunden Menschenverstand im virtuellen Raum nicht einschalten.
  • Spieleeinladungen: Liebe Freunde auf Facebook, ich bin in diesem sozialen Medium vorwiegend geschäftlich unterwegs, in seltenen Fällen privat.
  • Neueinsteiger sind häufig von der Vielzahl der teils versteckten Funktionen bei Facebook überwältigt.
  • Startseite: Ständig muss ich auf der Startseite unter “Neuigkeiten” von “Hauptmeldungen” auf “Neueste Meldungen” umstellen.
  • Automatisierungen von Beiträgen nach Facebook (vornehmlich Instagram-Bilder) oder aus Facebook heraus (vornehmlich nach Twitter) – Häufig unpassend im jeweils anderen sozialen Netzwerk

Meine Reaktion auf Nerviges von Facebook: Was kann man/ich/Sie tun?

Allgemein halte ich es im Leben mit dem Spruch: “Love it, leave it, change it or live with it”. Vielleicht freunden Sie sich ja mit meinen Wahlmöglichkeiten zu Facebook ebenfalls an?

  1. Love it: Verbunden mit den richtigen Menschen und Fanseiten macht Facebook Spaß und kann wunderbar effizient in den geschäftlichen und privaten Alltag integriert werden.
  2. Leave it: Wenn Ihnen Facebook nicht gefällt, es Sie privat und beruflich nicht weiterbringt – Sie können diese Plattform verlassen, indem Sie Ihr Personenprofil, Ihre Fanseite und Ihre Gruppen löschen. Facebook ist eines unter vielen sozialen Medien. Vielleicht finden Sie bei einer anderen Plattform oder in einem anderen Forum die Ihnen Gleichgesinnten, mit denen Sie viel besser harmonieren.
  3. Change it: Facebook ändern – können wir nicht. Wir sind auf diesem Social Medium alle nur Gäste und den Regeln von Mark Zuckerberg unterworfen. Jedoch können wir uns mit den Einstellungen und Funktionen so gut vertraut machen, dass wir es optimal für uns einstellen – und damit einen Großteil der nervigen Inhalte nicht mehr sehen und geschäftlich daraus Nutzen ziehen.
  4. Live with it: Und der kleine Teil, der mich noch nervt, mit dem lebe ich in Eintracht ;-). Ich übersehe geflissentlich solche Inhalte und verliere darüber keine geschriebenen Worte.

Mein Fazit

Danke an Björn für diese Blogparade. Nicht nur über nervige Inhalte habe ich durch diesen Aufruf nachgedacht, sondern auch über mein Verhältnis zu Facebook.

Obwohl Facebook wahrscheinlich nie mein Lieblingsnetzwerk wird, wurde mir während des Schreibens bewusster, wie viel Facebook auch mir an Nutzen stiftet, welche Erfolge es mir ermöglicht, wie viel Spaß es machen kann und wie förderlich es fürs Netzwerken mit interessanten Menschen ist.

Daher bin ich meilenweit davon entfernt, mich für “Leave it” zu entscheiden ;-).

Nun sind Sie dran: Was nervt Sie an Facebook? Schreiben Sie es mir ‘höflich-wohlwollend’ in die Kommentare.

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