Content Strategy Camp 2015: Rückblick aufs #cosca15

Veröffentlicht am 22.07.2015 von Manuela Seubert

Freitag: DPRG-Zukunftskongress in Gelsenkirchen – Businessoutfit. Samstag, den 13.6.2015: #cosca15 – Ich tausche die Absatzschuhe freudig gegen meine bequemen Walking Shoes. Denn: Es geht zum Content Strategy Camp 2015 an den Mediencampus der Hochschule Darmstadt in Dieburg – dort sind die Wege weit.

cosca15_WalkingShoes

Aller guten Dinge sind drei: 3 Content Strategy Camps

Nie im Leben hätte ich 2013 beim Besuch des 1. #cosca13 gedacht, dass ich dieser Veranstaltung so lange treu bleibe, darüber mittlerweile nationale und internationale Kontakte geknüpft habe und eine Kooperation entstand.
Wahrscheinlich hält mich das Thema auch deshalb gefangen, weil es viele meiner beruflichen Erfahrungen in Marketing, Vertrieb, Marktforschung, Strategie, Analyse, Konzeption und Kommunikation bereichsübergreifend bei der Erstellung von Inhalt im Unternehmen vereint.

Nun denn: Begleiten Sie mich auf meinem Weg durch vier Sessions, von denen ich eine selbst abhielt. Und lesen Sie bitte auch am Ende, wie es mit dem #cosca weitergeht.

Zusammenfassung der Sessions vom zweiten #cosca15-Tag

Eigene Session: “Stell Dir vor, Du bist Content Stratege und keiner sucht nach Dir”

Meine PR-Kollegin Ruth Konter-Mannweiler und ich stellten dieses Thema bereits im November 2014 in einer Session beim BarCamp Rhein-Main vor.

Aus zwei Gründen haben wir uns dafür entschieden, die Session beim #cosca15 zu wiederholen:

  1. Nachdem wir erneut Mitte Juni 2015 die aktuellen Stellenanzeigen – ähnlich wie im obigen Link beschrieben – sichteten, kamen wir zum Schluss: Ja, die Ergebnisse haben sich nicht geändert. Ein Content Stratege wird derzeit nicht gesucht, vielmehr Content Produzenten unter dem Namen “Content Manager”.
  2. Diese Bestandsaufnahme wollten wir diesmal mit Content-Strategie-affinen BarCamplern diskutieren.

Hier die Haupterkenntnisse/-fragen aus der Diskussion:

  • Wird in den Stellenanzeigen explizit nicht nach Strategen oder strategischem Denken gefragt, weil sie automatisch zu einer Leitungsfunktion gehört und Leitungsfunktionen *in den bekannten Kanälen gar *nicht ausgeschrieben werden? – Guter Punkt.
  • Fehlt in den Personalabteilungen das Wissen um die nötigen Qualitäten eines Content Strategen und dessen Aufgabenfeld? Ist das der Grund, warum die strategische Ausrichtung in den auffindbaren Stellenanzeigen nicht vorhanden ist? – Erneut: Guter Punkt.
  • Das Plenum war sich nicht einig, ob ein Content Stratege eher punktuell von außen hinzugezogen werden soll oder permanent als Mitarbeiter im Unternehmen angestellt werden soll. – Hängt m. E. n. von der Fragestellung des jeweiligen Projektes ab.
  • Bleibt der “Content Stratege” mit seiner Berufsbezeichnung ähnlich schwammig in der Wahrnehmung wie der Social-Media-Manager? – Hoffentlich nicht.
  • Unabhängig von Begrifflichkeiten braucht es einen Verantwortlichen für den Unternehmensinhalt, der Fäden in der Hand hält, Schnittstellenkompetenz hat, der nicht selbst alles umsetzen muss und Teams koordinieren kann.

Danke an die Teilnehmer unserer Session – es hat Spaß mit Euch gemacht!

Session 2: 3C – Coffee, Cookies, Creativity

Die Session, die ich eigentlich besuchen wollte, war übervoll. Daher entschied ich mich für mehr Platz und Luft sowie Brainwriting rund um Content Strategie. Ich selbst bin ja eher der analytische Mensch und mache den kreativen Ansatz viel zu selten.

Astrid Christofori und Ruth Konter-Mannweiler haben mir einen kreativen Schub verpasst und mit QR-Code-Cookies versüßt ;-).

Oder haben Sie sich schon einmal gefragt, was Cardamom, Crisps, Crap oder Custard mit Content zu tun haben? Jedenfalls hat mir diese Session und das Ausprobieren dieser Kreativitätstechnik viel Spaß bereitet. Die Ergebnisse werde ich demnächst verlinken, sobald die Sessiongeberinnen diese erfasst und veröffentlicht haben.

Session 3: B2B-Content-Strategie in 30 Sekunden

Sascha Stoltenow ging der Frage nach, wie wir als Agentur/Berater ein Unternehmen “lesen” können und es dabei unterstützen können, bei deren Stakeholdern zu glänzen.

Es wurde eine Brainstorming-Session zu Ansatzpunkten in Kundenprojekten:

  • Desk Research: Alle Planungslisten und Dokumente des Unternehmens schicken lassen, nebeneinander legen, auswerten, zusammenführen und angereichert mit eigenen Ideen zu einem sinnvollen Ganzen gestalten.
  • Briefing: In einem gemeinsamen Workshop den Kunden zum Sprechen bringen, vor allem wenn er den Auftrag nicht in Worte fassen kann. Dabei beantwortet der Kunde Fragen zu seiner Lieblingswebsite, seiner Lieblingskampagne (online/offline) oder wo er sich selbst richtig gut findet.
  • Gemeinsames Sprücheklopfen: Ist mit Vorsicht zu genießen, wenn sich alle in einen blöden Spruch (sprich: Botschaft) verlieben ;-)
  • Mit der Kreativtechnik “The dark side of …” und der Frage “Was wird/dürfte in Ihrem Unternehmen nie passieren?” Mythen rund um das eigene Unternehmen aufdecken. Daran kann das klassische Storytelling anknüpfen.

Praxisbeispiel in Session 4: Yammer und der Content kommt von alleine

Alex Hohenthaner führte bei Würth Austria Yammer ein. Ziel sollte sein, die E-Mail-Flut zu bändigen, Informationsverluste zu verringern und Wissen zu sammeln.

Die bereits installierten internen Plattformen wurden bis dato nicht konsequent genutzt. Daher verwendeten zunächst nur wenige Mitarbeiter bei Würth Austria das neue Tool, ein offizieller Roll-out sollte später erfolgen. Nur: Die Testnutzer waren begeistert – was sich natürlich herum sprach. So musste Yammer vorzeitig auf Druck der Belegschaft eingeführt werden.

Einige Erkenntnisse:

  • Die Standard-Einstellungen bei Yammer bewirkten zunächst, dass die E-Mail-Anzahl zunächst zunahm.
  • Offizielle Bekanntmachungen der Geschäftsleitung erfolgen immer über Yammer und stützten somit v. a. zu Beginn die Einführung der Plattform.
  • Ein Aufruf an die Mitarbeiter, den Innendienst mal lustig darzustellen, resultierte in einem lustiges Halloween-Video mit einem Produktmanager als Hauptdarsteller. cosca15-wuerth-halloween
  • Mittlerweile: Content erzeugt Content. Yammer wurde so gut aufgenommen, dass plötzlich interessante Bilder und Geschichten rund ums Unternehmen automatisch von den Mitarbeitern eingestellt und für die Kommunikation verwendet werden können.

Und wie geht es weiter mit dem BarCamp zur Content Strategy?

Die ersten drei Camps wurden aus den Mitteln der e-Business-Lotsen Darmstadt-Dieburg finanziert und unter Mithilfe des Mediencampus organisiert. Diese Förderung läuft im Herbst 2015 aus, sodass die bisherigen Organisatoren an den beiden Camptagen nach Unterstützern suchten.
Lisa Bredenbals sammelt in einer Liste potentielle Camp-Organisatoren, – ich bin dabei!

Mein Fazit

Gern möchte ich nächstes Jahr wieder meine Walking Shoes für den #cosca16 schnüren, um Wissen auszutauschen und neue/alte Bekannte wieder zu treffen.

Welche Fragen stellen Sie sich im Zusammenhang mit dem Planen und Organisieren Ihres Unternehmensinhalte?

Foto/Screenshot: © Manuela Seubert

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