Jammerfreie Kommunikation

Veröffentlicht am 12.11.2014 von Manuela Seubert

JammerfreieZone“Jammerfreie Kommunikation”, was meint sie jetzt damit? Ist das ein neues Buzzword am Horizont der Kommunikationstheorien?

Nein!

Derzeit nehme ich an der 21-Tage-Challenge von Karin Wess teil, um mein eigenes geschäftliches Denken und Handeln auf die nächste Stufe zu heben. Der heutige, siebte Challengetag befasst sich mit dem Jammern.

Das tägliche Jammertal

Karin Wess schrieb in ihrem heutigen Challenge-Brief folgendes:

John Lennon soll gesagt haben „Ich habe viel Schlimmes durchlebt in meinem Leben. Das meiste davon ist nie eingetroffen“, und meinte damit all die negativen Gedanken, Horrorszenarien und schrecklichen Bilder, die wir tagtäglich in unserem Kopf kreieren.

Ich musste lauthals lachen über die John Lennon zugesprochenen Worte. Wohl ein jeder hat sich bereits einmal, zweimal, täglich … ein Weltuntergangsszenario gezimmert.

Sprachliche Jammer-Highlights

Beim Nachdenken übers Jammern und was dies mit meinem Thema “Kommunikation & Text” zu tun hat, fing ich an, andere oder sinnverwandte Worte fürs Jammern zu suchen.

Welche Worte gibt es mit dem Wortstamm jammern? Welche Synonyme? Welche Redewendungen? Welche Adjektive?

Die folgende Auflistung ist bei weitem nicht komplett. Ich habe lediglich die Worte ausgewählt, die mir am besten gefallen haben. Die Quellen, die ich zu Rate gezogen habe, finden Sie am Ende des Blogposts.

Synonyme Verben für “jammern”

  • ächzen
  • grämen
  • klagen
  • lamentieren
  • nörgeln
  • quengeln
  • sich beschweren (“schwer” liegt das Jammern einem auf der Brust)
  • stöhnen
  • zetern

Wortbildungen mit dem Bestandteil “jammer”

  • bejammern
  • Jammer (hat sich aus einem Schmerzensruf entwickelt und bedeutet so viel wie “Traurigkeit, Herzeleid, schmerzliches Verlangen”)
  • Jammerbild
  • Jammergestalt
  • Jammerlappen (bedeutet ugs. ängstlicher Mensch, Schwächling; Herkunft: “zum Abwischen der Tränen dienendes Tuch”)
  • jämmerlich
  • Jämmerling
  • Jammermiene
  • Jammerrede (= Klage)
  • jammerschade
  • Jammertal
  • volljammern
  • vorjammern

Beispielhafte Nutzung

“Jammern” wird im Sprachgebrauch unterschiedlich verwendet. Folgendes haben Sie vielleicht schon gehört:

  1. Hör’ auf zu Jammern!
  2. Jammern auf hohem Niveau
  3. Es jammert mich …
  4. Da hilft kein Jammern (diesen Spruch habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen)
  5. Ich kann dein dauerndes Gejammer nicht mehr hören

Eingeschlossen von positiver Energie

Im Rechtschreibduden sind die Jammer-Wörter übrigens von positiver, lebensbejahender Energie eingeschlossen: vorweg “jammen” und hintendran “Jam-Session”.

Wenn das kein Zeichen ist! Oder besser: “Schau mal einer, guck!” :-)

Die Energie, die Sie für negative Gedanken und negative Kommunikation verwenden, stecken Sie nun vorwärtsgerichtet in Lösungen und neue Wege. Dies setzt wiederum positive Gedanken frei.

Gegenwörter zu “jammern” sind übrigens “zufrieden sein, loben, entzücken, freuen”

Jammern in der nach außen gerichteten Kommunikation?

Wer wie ich mit Beratung im Bereich von “Kommunikation & Text” seine Dienstleistungen anbietet, wird schwerlich nach außen ins Jammern kommen. Schließlich möchten wir in der externen Kommunikation ein positives Unternehmensbild in den Köpfen der Marktteilnehmer entstehen lassen.

Sollten wir wirklich in einer offiziellen Verlautbarung eines Unternehmers etwas von Problemen lesen, dann werden diese erst kommuniziert, wenn gleichzeitig aufgezeigt wird, wie das Unternehmen eine Lösung erarbeitet hat. Jammern kommt dabei nicht vor.

Durch die Nutzung von Social Media Plattformen hat sich die Kommunikation leicht verschoben. So können wir durchaus z. B. auf Facebook-Fanpages oder im Twitterstream lesen, dass Unternehmer vor einer Herausforderung stehen und dessen Lösung nicht kennen. Sie fragen offen um Rat in ihrer Community.

Jammern würde ich dies allerdings nicht nennen, denn die aktive Suche nach einer Problemlösung ist nicht gleichbedeutend mit dem Verharren im Jammertal. Und um das Wissen der eigenen Fans und Follower zu bitten, hat noch weitere Vorteile: Stärkung der Community, Nutzung des Wissen von vielen, Erarbeiten von mehr als einer Lösung, nahbar und menschlich wirken, etc.

Ja, Jammern in der täglichen persönlichen Kommunikation kommt reichlich vor.

Nicht nur laut im Dialog, sondern auch im Selbstgespräch oder – wie von John Lennon oben zitiert – in den eigenen Gedanken. Manchmal kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die deutsche Sprache und Mentalität dazu prädestiniert ist. “Das ist gar nicht schlecht!”, “Ja, aber…”, u. v. m.

So kann das ständige Jammern bei langfristiger Nutzung in “German Angst” führen.

Und was bringt das? Nichts!

Nehmen Sie die Challenge zur “jammerfreien Zone” an?

Für diese Herausforderung, sich und seine Umgebung zur jammerfreien Zone zu wandeln, hat Karin Wess folgende Spielregeln aufgestellt:

  1. Sich über nichts und niemanden zu ärgern
  2. Kein Jammern, Nörgeln, Quengeln oder Klagen
  3. Nach der positiven Seite der Medaille bewusst zu sehen
  4. Optimistisch nach Lösungen zu suchen, bisher nicht beachtete Chancen erkennen, versteckte Möglichkeiten entdecken, neue Wege erforschen
  5. Konsequent sieben Tage lang dranbleiben
  6. Sobald man an einem negativen Gefühl festhält, beginnt die Challenge wieder bei Tag 1!

Sind Sie bei sieben Tagen jammerfreier Kommunikation dabei?

Quellen

duden.de
woxikon.de
Wiktionary – Das freie Wörterbuch
Duden-Bände:

  • “Die deutsche Rechtschreibung, 26. Auflage”
  • “Das Herkunftswörterbuch, 4. Auflage”
  • “Die sinn- und sachverwandten Wörter”

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