Content Strategie: Soll ich mich damit beschäftigen?

Veröffentlicht am 29.07.2014 von Manuela Seubert
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Postkartenmotiv vom Content Strategy Forum, © Anna Ebeling, BEST FRIEND für SCRIPT Communications

Am 2. und 3. Juli 2014 nahm ich in Frankfurt an den beiden Konferenztagen des Content Strategy Forums 2014 teil. Die anregenden Gespräche und Diskussionen führten dazu, mich mit verschiedenen Aspekten der Content Strategie zu befassen.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen kurzen (!) Abriss zur Kommunikationsentwicklung und der Hinwendung zu Content Strategie geben. Dieser soll Ihnen eine Idee geben, warum Sie als Unternehmer sich mit der digitalen Kommunikation auseinandersetzten sollten.

Von der Höhle zum Content Management

Schon immer mussten sich Unternehmer neuen Entwicklungen stellen und neue Methoden in Hinsicht auf ihre Unternehmensziele, Kommunikation, Dienste und Produkte entwickeln, anpassen und anwenden. Die Wege zum Kunden und sonstigen Interessengruppen verändern sich kontinuierlich, – wie in der Vergangenheit, so auch in Zukunft.

Im Vergleich zu den Anfängen der Menschheit sehen wir uns mit einem exponentiellen Anstieg an Wissen und Inhalten in kurzer Zeit konfrontiert:

  1. Gestik, Laute, Höhlenmalerei, mündliche Überlieferungen, Schriften für die Oberschicht – mehr möchte ich zum ersten Austausch von Informationen nicht sagen, der über viele Jahrhunderte unser menschliches Dasein bestimmte.
  2. Revolutionär war sicherlich die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. Sie ermöglichte es, dass mündlich überliefertes Wissen langsam einer großen Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht wurde. Wissen wurde dokumentiert, erforscht, weiterentwickelt.
  3. In Abhängigkeit von den vorhandenen Technologien kommunizierten Unternehmen schon immer: Marktgeschrei, Handzettel, Zeitungsanzeigen, Radiowerbung, TV-Spots oder Direktmarketing waren die analogen Medienwege zum Kunden.
  4. Mit Ende des 20. Jahrhunderts entstand das digitale Neuland. In der Web 1.0-Welt erstellten Firmen ihre ersten Websites. Meist veröffentlichten sie dort unverändert die bereits analog publizierten Inhalte (Unternehmensbroschüre, Stellenanzeigen, Produktblätter, u. ä.).
  5. Je mehr Endkunden bezahlbaren Zugang zum Internet erhielten, desto mehr such(t)en sie Informationen und Produkte im Internet. Dies mach(t)en sich viele Unternehmer zunutze. Abteilungen wurden angeregt, Inhalte zu produzieren und ins Netz zu stellen. Sichtbarkeit, Reputation, Kosteneinsparung und Umsatzgenerierung über Shopsysteme waren angesagt.
  6. In den letzten zwei Jahrzehnten haben wir mit dem Internet einen Quantensprung in der Unternehmenskommunikation erlebt. Die technologische Entwicklung ermöglicht es Unternehmen theoretisch, jederzeit mit jedermann zu kommunizieren: Ideengenerierung, gemeinsame Produktentwicklung, Rückmeldung zum Kundenservice etc. – alles scheint möglich!
  7. Logische Konsequenz der ursprünglich gewollten und eingeforderten Inhalte sind unübersichtliche, ausufernde Websites, die nicht selten benutzerunfreundlich, kommunikativ divergent und nicht zielführend sind.
  8. Viele Unternehmen stehen jetzt vor einem riesigen Content-Berg, den es zu bewältigen gilt. Was will ich kommunizieren? Wie will ich es kommunizieren? Was sollen meine Website, meine (analogen und digitalen) Inhalte bewirken? Wie gestalten wir die internen Prozesse der Content-Erstellung? Das sind nur wenige Fragen, die sich mittlerweile auftürmen.
  9. Begleitet wird die Inhalte-Explosion von einer Vielzahl neuer Berufsbilder, die es vor zwei Jahrzehnten nicht gab: Web Designer, Web Hoster, Information Architects, SEO Specialists, Social Media Manager, Community Manager … und jetzt der Content Stratege!

Content Strategie und die babylonische Sprachverwirrung

An allen Ecken und Enden wird über Content/Inhalte diskutiert:

  • Content ist King.
  • Content Strategie ist dringend notwendig.
  • Content comes first.
  • Content ist das betriebliche Asset der Zukunft.
  • Content muss relevant, nutzbar, wertvoll etc. sein.
  • Content muss stillgelegt werden.
  • Unterschätze nicht das Storytelling, nur dann erhältst du die Aufmerksamkeit für deine Inhalte.
  • Wir brauchen Message Architecture, UX, Content Vision, Content Audit, Style Guides, Content-Marketing, SEO, Personas, Online-Marketing-Strategien, mobile responsive design,…
  • Und immer die Augen richten auf die User Needs, CTR und Leads …

Uff, schnauf, buh!

Von diesem Buzzword-Bingo bekomme selbst ich noch Schlagwort-Kopfschmerzen! Wie sieht es dann bei meinen Kunden aus, deren fachlicher Schwerpunkt verständlicherweise ganz woanders liegt?

Mein persönliches Fazit

Die Kommunikation, wie wir sie bis in die 90-er Jahre aus Marketing, Vertrieb, PR, HR etc. kannten, verändert sich rapide durch die technologischen Veränderungen. Die analoge Kommunikation hat nicht mehr die Vorreiterrolle, die sie einmal inne hatte. Kunden suchen heute Problemlösungen und Unterhaltung in „Digitalien“ und nicht mehr vorrangig in den analogen Medien.

Diesem geänderten Kommunikations- und Nutzungsverhalten müssen Unternehmen folgen, wenn sie auf die Dauer im Wettbewerb bestehen wollen. Es setzt voraus, dass sich Unternehmer mit dem „Content Management“ beschäftigten, – egal wie viele verwirrende, meist englischsprachige Fachbegriffe auftauchen. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken.

Die Auseinandersetzung mit Inhalten gehört heutzutage und in Zukunft zum unternehmerischen Handeln dazu!

Beschäftigen Sie sich mit den (gar nicht mehr so) neuen Medien und dem neu entstehenden Methodenwissen zum „Inhaltsmanagement“. Oder holen Sie sich zum schnellen und geführten Einstieg ins „Neuland“ einen externen Spezialisten, der Sie begleitet.

Haben Sie weiterhin Freude und Erfolg bei Ihrer Kommunikation!
Ihre Manuela Seubert

P.S. Dies ist der erste Beitrag zu meiner Artikelserie, die ich im Nachgang zum Content Strategy Forum 2014 gestartet habe.

P.P.S. Hier geht es zu allen – soweit öffentlich zur Verfügung gestellten – Präsentationen des #csforum14 und erschienenen Beiträgen anderer Blogger. (Aktualisierung 12.06.18: Ursprünglich verlinkte Webseite nicht mehr erreichbar)

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