Unnützes und unbezahlbares Meeresrauschen

Veröffentlicht am 20.07.2014 von Manuela Seubert

MeeresrauschenEs ist als wäre es gestern gewesen. Mein Oma Alma drückt mir eine kühle, glatte braune Muschel ans Ohr und sagt: „Manuela, so hört sich das Meer an!“

Ich war noch im Grundschulalter und noch nie am Meer gewesen, als ich das Gefühl hatte eine andere Welt tut sich auf. Meine Sehnsucht nach dem Meer war geboren.
Sie müssen wissen, dass ich zwischen Bergen und Kuhweiden im schönen Berchtesgadener Land aufgewachsen bin. Klare Seen, Gebirgsbäche und Bergwanderungen möchte ich nicht missen, doch das Geräusch aus der Muschel hörte sich verlockend an. Wie konnte ein toter Gegenstand solch verführerische Geräusche hervorbringen?
Es war magisch!

Dieses erste Meeresrauschen werde ich nie vergessen. Ich weiß nicht mehr, ob mir meine Oma diese Muschel noch während ihrer Lebzeiten geschenkt hat oder ob ich sie nach ihrem Tod bei der Wohnungsauflösung in Sicherheit bringen konnte.

Dieses Zeichen meiner Sehnsucht nach dem Meer begleitet mich seither von Wohnort zu Wohnort. Noch heute führe ich ähnliche Muscheln ans Ohr, um das Meer zu hören.
Und dabei ist mir die wissenschaftliche Erklärung des Rauschens egal!

Während ich diese Zeilen schreibe, stelle ich mir erstmals die Fragen: War meine Oma selbst einmal am Meer? Ist diese Muschel eigentlich eine richtige Muschel?

Ehrlich? Die Antworten will ich nicht wissen, denn sie würden mein Meeresrauschen entzaubern.

Jetzt gehe ich meine Muschel fotografieren. Raten Sie mal, was ich vorm Fotografieren mache!

Hängt Ihr Herz auch an einem solch unnützen, jedoch unbezahlbaren Gegenstand?

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Minima Muse über unnütze und unbezahlbare Dinge, an denen unser Herz hängt.

+ + + In eigener Sache + + +
Bei der Entstehung dieses Beitrages habe ich mich entschlossen, meinem Business-Blog eine neue Rubrik hinzuzufügen mit dem Namen “Zu meiner Person”. Unter dieser Rubrik werde ich in unregelmäßigen Abständen Blogbeiträge hinzufügen, anhand derer Sie mich abseits von “Kommunikation & Text auf den Punkt gebracht” kennenlernen.

Foto: © Manuela Seubert

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